Konzept & Designphilosophie
In der architektonischen Umsetzung der Idee, einen Raum ohne Kanten zu schaffen, wurde versucht nicht allein eine Halle zu bauen, um Flugzeuge unterzustellen, sondern einen Raum zu schaffen der alle Sinne der Besucher anspricht, den Geist von Red Bull vermittelt und Assoziationen zum Fliegen verleiht.
Formfindung & Tragstruktur
Nach der Ideenskizze wurden maßstäbliche Computerrenderings erstellt und die Wirkung der Form aus verschiedenen Blickwinkeln begutachtet. Anhand eines einfachen Holzmodells wurde die Form weiter optimiert sowie die Anforderung und Dimensionierung der Türme festgelegt.
Hangar-Tor
Abgestimmt auf das größte Flugzeug, der Douglas DC-6B musste ein Tor entwickelt werden mit einer Breite von 40 m und einer Höhe von 7 m, dazu war noch oben eine Klappe notwendig, damit das Leitwerk der Douglas DC-6B durch das Tor passt.
Formfindung & Tragstruktur
Es galt eine zentrisch ausgerichtete Tragstruktur zu entwickeln, da diese die Designphilosophie am nachhaltigsten umsetzte.
Machbarkeitsstudie
Nachdem ein derartiges Schalenbauwerk – immerhin wird ein Raum von 67 auf 100 Meter frei überspannt - bis zu diesem Zeitpunkt in dieser Form noch niemand realisierte, wurde eine Studie in Auftrag gegeben, ob und wie man ein Stahltragwerk mit dem gewünschten Anforderungsprofil bauen könnte.
Machbarkeitsstudie
Zwei internationale operierende Büros (Stuttgart und London) haben Berechnungen und Konstruktionsüberlegungen geliefert die, die Machbarkeit endgültig bestätigten.
Machbarkeitsstudie
Im Windkanal wurde die Schalenform in technischer Hinsicht bewertet und Daten für die weiterführenden statischen Berechnungen gewonnen.
Zeitraum: September - Oktober 2000
Modell & Präsentation
Der aktuelle Stand der Projektentwicklung wird mit Plänen und einem sehr realistischen Modell dargestellt. Anhand des Modells konnte man besser Eindrücke über die Innenraumwirkung gewinnen. Das führte zur Entscheidung alle geplanten Einbauten wie u.a. einer Werft zu entfernen.
Tragwerksentwicklung
Die architektonische Wertigkeit dieses Projektes wird ganz entscheidend von der Ästhetik des Tragwerkes geprägt, im klassischen Sinn der Ingenieurbaukunst. Um die gewünschte Eleganz und Leichtigkeit darstellen zu können, wurde das Material Stahl gewählt.
Tragwerksentwicklung
Mit den Vorgaben der radialen Tragstruktur wurde in enger Zusammenarbeit mit Waagner Biro, verbunden mit zahlreichen aufwendigen Rechenläufen auf dem Computer der TU die Konstruktion perfektioniert und die Dimensionierung der Rohrdurchmesser minimiert.
Zeitraum: Jänner - März 2001
Stege & Rampen
In der fortgeschrittenen Tragwerksplanung ergab sich ein kritischer Bereich im oberen Teil der Schale. Zur konstruktiven Stabilisierung wurde ein Ring mit radialer Unterspannung entwickelt. Da zwischen dem Aussteifungsring ein Glasboden eingezogen wurde, entstand die Idee der „Threesixty Bar“.
Erreichbar ist dieser Platz am exponierten Punkt des Hangars über eine scheinbar schwebende Rampe mit angenehmer Steigung.
Stege & Rampen
Im ersten OG wurde vor den Türmen eine Terrasse frei in den Hangar-Raum gebaut und über eine verschlungene Rampe aufgeschlossen. Ein Steg schafft eine zusätzliche Verbindung mit dem Außenraum inklusive Aussichtsplattform. Die frei in den Raum gespannten Stege und Rampen schaffen ein besonderes, dreidimensionales Raumerlebnis.
Beleuchtung
Der Hangar-Raum ist im Normalbetrieb in ein diffuses Licht getaucht, in dem nur einige wenige Exponate durch Scheinwerfer beleuchtet werden und so den Raum akzentuieren. Die Grundbeleuchtung erfolgt über im Boden eingegossene Leuchten, die im Sternenbild des 22. August 2003 (Tag der Eröffnung) angeordnet sind.
Montagebeginn & Stahl
Als größtes und schwerstes Einzelteil der Stahlkonstruktion wurde die Scheitelkonstruktion / Zentralellipse (Aussteifung, Threesixty Bar) in zwei Teilen angeliefert und auf der Baustelle zusammengesetzt, danach auf ein vorbereitetes Gerüst gehoben und genauestens dreidimensional eingemessen.
Dachschale
Glas als Material für die Dachschale war die logische Konsequenz, um eine leichte, transparente Hülle – einen lichtdurchfluteten Raum – zu schaffen.
Aufgrund der Form und Ausrichtung auf das zentrisch strukturierte Tragwerk resultiert, dass jede Scheibe eine andere Geometrie hat. An der Außenseite ist ein Siebdruck zwecks Reduktion der Lichtdurchlässigkeit und der Außenreflexion aufgebracht.
Türme & Glaszylinder
Für die Sonderfunktionen wie Bar, Restaurant, Lounge und Verwaltung wurden zwei Glaszylinder konzipiert. Die Türme sind Teil des statischen Konzeptes und übernehmen die Queraussteifung des gesamten Tragwerkes.
Montagebeginn & Stahl
Gegenüber des Hangar-7 wird mit dem Bau des Hangar-8 (Wartungshangar) begonnen. Außerdem wird der Rohbau der Türme fertig gestellt.
Zeitraum: Mai - Juli 2002
Finalisierung Stahl- & Glasbau
Nachdem das Stahltragwerk freigestellt wurde, konnte mit der Verglasung begonnen werden. Diese musste abschnittsweise und in einem genau berechneten Verlege-Muster erfolgen.
Beginn der Verglasungsarbeiten.
Stegmontage
Als letzte Phase des Stahlbaues wurden die Stege montiert. Die werkstattmäßig vorgefertigten Elemente (mit allen Einbauteilen) wurden in das Stahltragwerk eingehängt und schwebend torsionssteif verschweißt.
Zeitraum: Februar - März 2003
Endmontagen & Reinigung
Diese Arbeiten gehen nahtlos in die Vorbereitungen zur Eröffnung über.
Eröffnung
Eröffnung am 22. August 2003 - Hangar-7 wird zum Wahrzeichen am Salzburger Flughafen.
Die Faszination liegt in der Verbindung von Fortschritt und Nostalgie, von Technik und Emotionalität. Zur sinnlichen Wahrnehmung kommt noch das Genusserlebnis hinzu, dank der gastronomischen Outlets des Hangar-7.
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